Institut Fresenius Qualitätssiegel, Mineralwasser Mineralwasser ist das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. Jedes der 500 Mineral- und 70 Heilwässer von 230 deutschen Mineralbrunnen enthält je nach Quellort unterschiedliche Anteile wertvoller Mineralstoffe und Spurenelemente, die auf den Flaschenetiketten vermerkt sind.

Mineralwasser ist das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. Jedes der 500 Mineral- und 70 Heilwässer von 230 deutschen Mineralbrunnen enthält je nach Quellort unterschiedliche Anteile wertvoller Mineralstoffe und Spurenelemente, die auf den Flaschenetiketten vermerkt sind. Laufende Analysen gewährleisten die Einhaltung dieser Werte. Dabei haben die oft älteren Datumsangaben bei den Analysen auf den Etiketten nichts mit der Aktualität der Kontrollen zu tun, wie Institut Fresenius betont. Brauchen die Verbraucher also ihr Wasser nur noch nach Geschmack auszuwählen? Nicht ganz, denn es gibt zwischen den Wassersorten weitere wissenswerte Unterschiede.

Natürliches Mineralwasser ist meist vor Jahrhunderten als Regen vom Himmel gefallen. Beim langsamen Versickern durch Erd- und Gesteinsschichten wurde es gefiltert und gereinigt. Zudem nahm es Mineralstoffe aus dem Gestein und Kohlensäure von unterirdischen Vulkanherden auf. Da Formation und Zusammensetzung der Gesteinsschichten von Quellort zu Quellort sehr verschieden sind, hat auch jedes Mineralwasser seine individuelle “natürliche Rezeptur? und seinen eigenen Geschmack. Die Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTV) regelt genau, welches Wasser sich wie nennen darf:

Natürliches Mineralwasser hat laut MTV seinen Ursprung in einem unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen. Es muss direkt am Quellort abgefüllt werden, damit seine ursprüngliche Reinheit bewahrt wird. Ursprüngliche Reinheit bedeutet, dass alle Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein müssen und es keine Schadstoffe aus der Umwelt enthalten darf. Lediglich Eisen und Schwefel dürfen aus dem Wasser entfernt, außerdem Kohlensäure reduziert oder zugefügt werden. Regelmäßige Kontrollen am Quellort garantieren die natürliche Reinheit. Mit seinem natürlichen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen trägt Mineralwasser wesentlich zur Versorgung des Organismus bei. In der Gastronomie muss natürliches Mineralwasser in der Originalverpackung serviert werden.
Für ein natürliches Mineralwasser schreibt die Mineral- und Tafelwasser Verordnung die Bezeichnung "natürliches Mineralwasser" vor sowie weitere Angaben zum Kohlensäuregehalt: “natürliches kohlensäurehaltiges Mineralwasser?, “natürliches Mineralwasser mit eigener Quellkohlensäure versetzt? oder “natürliches Mi-neralwasser mit Kohlensäure versetzt?.

Säuerling oder Sauerbrunnen darf Mineralwasser mit einem natürlichen Kohlendioxidgehalt von mehr als 250 Milligramm pro Liter zusätzlich bezeichnet werden. Diese Bezeichnung kann durch die Benennung “Sprudel? ersetzt werden, wenn das Mineralwasser im wesentlichen unter natürlichem Kohlensäuredruck aus der Quelle hervorsprudelt.

Stilles Mineralwasser ist natürliches Mineralwasser, dem keine oder wenig Kohlensäure zugesetzt wird. Es wird häufig in grüne Flaschen abgefüllt. Deklaration und Kohlensäuregehalt von stillen Wässern sind nicht gesetzlich geregelt. Stilles Wasser ist nicht zu verwechseln mit schwach kohlensäurehaltigem Heilwasser.

Heilwasser stammt wie Mineralwasser aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen, hat einen natürlichen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen und muss ebenfalls direkt an der Quelle abgefüllt werden, wenn es als Fertigarzneimittel (Versandheilwasser) vermarktet wird. Aufgrund seiner besonderen Zusammensetzung besitzt Heilwasser - wie der Name schon sagt - heilende, lindernde oder vorbeugende Wirkungen. Die therapeutischen Eigenschaften müssen wissenschaftlich nachgewiesen sein. Meist dominiert ein bestimmter Mineralstoff mit spezifischer Heilwirkung.

Quellwasser stammt aus einer oder mehreren natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen, muss am Quellort abgefüllt werden und darf ebenfalls nicht desinfiziert werden. Es muss den mikrobiologischen Anforderungen der MTV, bei der chemischen Beschaffenheit den Vorschriften der Trinkwasserverordnung genügen. Eine amtliche Anerkennung ist nicht notwendig. Erlaubt ist das Abtrennen bestimmter natürlicher Inhaltsstoffe, wie Eisen- und Schwefelverbindungen, vollständiger oder teilweiser Entzug der freien Kohlensäure durch ausschließlich physikalische Verfahren sowie das Versetzen oder Wiederversetzen mit Kohlendioxid.

Tafelwasser ist ein künstlich hergestelltes Produkt, das meist aus Trinkwasser als Grundsubstanz und weiteren Zutaten besteht, zum Beispiel Meerwasser, Sole, Mineralstoffen und Kohlensäure. Tafelwasser muss den mikrobiologischen Anforderungen der MTV, bei den übrigen Inhaltsstoffen den Vorschriften der Trinkwasserverordnung genügen und die für Trinkwasser festgelegten Grenzwerte für chemische Stoffe einhalten.

SGS INSTITUT FRESENIUS, Taunusstein, das unter anderem regelmäßig Mineralwässer auf ihre Qualität kontrolliert, weist in diesem Zusammenhang auf eine Besonderheit hin, die immer wieder zu Missverständnissen bei Verbrauchern führe: “Das Datum der auf den Etiketten abgedruckten Analysen liegt häufig sehr lange zurück. Manche Verbraucher meinen deshalb, dass es seitdem keine Untersuchung mehr gegeben habe. Dies ist aber keineswegs der Fall. Wenn die regelmäßigen Analysen signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung ergeben, liegen die Vorraussetzungen für ein natürliches Mineralwasser nicht vor. Ein länger zurückliegendes Datum bedeutet also lediglich, dass die regelmäßigen Analysen kein anderes Ergebnis erbracht haben?.