Gelb, grün, orange oder gestreift. Die dicken runden bis dünnen länglichen Kürbisfrüchte gibt es jetzt im Herbst in Hülle und Fülle. Staunen Sie auch manchmal die prachtvollen Exemplare an und fragen sich, welche Köstlichkeiten Sie damit zubereiten können? Hokkaido, Butternuss oder Muscade de Provence?

Die botanischen Bezeichnungen sind unüberschaubar vielfältig und für den Küchengebrauch nicht besonders zweckmäßig. Weniger Verwirrung stiftet da die Einteilung in Sommer- und Winterkürbis und Speise- und Zierkürbis. In diesen Wochen werden hauptsächlich Winterkürbisse angeboten. Die kleinen Zierkürbisse verwendet man für hübsche Dekorationen, die größeren Exemplare für herrliche Kuchen, Pürees und Gemüsegerichte.

Gesundheit

Kürbis ist ein durchaus wertvolles Nahrungsmittel. Das Fruchtfleisch hat Dank seines hohen Wassergehaltes pro 100 g nur ca. 26 kcal. Das Besondere am Kürbis sind seine Kerne. Sie enthalten insbesondere Vitamin E, Eisen und Ballaststoffe. Hauptsächlich sorgt Vitamin E für den Schutz der Körperzellen, Eisen für eine gute Sauerstoffversorgung und die Ballaststoffe für eine bessere Verdauung. 100 g Kürbiskerne enthalten 560 kcal. Geröstet schmecken sie besonders gut. Auf Früchtekuchen und Brote gestreut verbessern sie den Nährwert und sorgen für einen nussigen Geschmack. Man kann sie auch über Müsli streuen oder einfach so knabbern. Da wir Deutschen i. d. R. mit unserer Nahrung zu wenige Ballaststoffe aufnehmen, sollten wir häufiger mal „als Knabberspaß“ auf Kürbiskerne zurückgreifen. Kürbiskerne enthalten wertvolles Öl mit einem hohen Anteil an ungesättigten, lebensnotwendigen Fettsäuren. Das Öl wirkt senkend auf den Cholesterinspiegel. Es eignet sich mit seinem würzigen, frischen Geschmack gut zur Zubereitung von Salatdressings.

Vorbereitung

Winterkürbisse zeichnen sich durch ihr härteres Fleisch aus, im Gegensatz zu den Sommerfrüchten. Sie halten sich bei trockener und kühler Lagerung über einige Monate. Was für die Lagerung von Vorteil ist, kann für die Zubereitung aber zur Qual werden. Die harten Speisekürbisse lassen sich mit dem Messer kaum schälen oder gar klein schneiden. Da lässt so mancher den Kürbis aus geeigneter Höhe fallen, bis er platzt oder greift verzweifelt zum Küchenbeil. Um Verletzungen gar nicht erst zu riskieren, können Sie die harten „Nüsse“ bequemer knacken. Den Backofen auf 180 Grad einstellen und die Kürbisfrucht etwa 30- 40 Minuten darin backen. Wenn Sie über einen großen Kochtopf verfügen, können Sie den Kürbis auch vorkochen. Hierfür die Schale vorher mit einem spitzen Messer einstechen. Die Kochzeit beträgt ebenfalls ca. 40 Minuten. Kalkulieren Sie je nach Größe eine kürzere oder längere Zeit ein. Danach den Kürbis etwas abkühlen lassen, zerteilen und die Kerne mit einem Löffel herauslösen. Dann das Kürbisfleisch ausschaben oder die Schale vom Fruchtfleisch abschneiden. In Würfel schneiden und wie gewohnt weiter verarbeiten. Beachten Sie: Die Kochzeit verkürzt sich, deshalb zwischendurch prüfen, ob das Gericht schon gar ist.

Inzwischen bietet der Fachhandel praktische Kürbisschaber zum Aushöhlen an, was die Arbeit wesentlich erleichtert, vor Verletzungen schützt und außerdem Ihr Besteck schont.

Zubereitung

Braten, grillen, dünsten, überbacken, kochen oder einlegen – ob süß, sauer oder pikant. Mit Kürbis können Sie praktisch beinahe alles zubereiten. Wählen Sie je nach Gericht die richtige Sorte aus. Stellen Sie fest, ob das Fruchtfleisch wässrig oder eher trocken bis mehlig ist. Je weicher das rohe Fruchtfleisch, umso wässriger ist es nach dem Kochen. Wer Kürbis süß-sauer einlegen oder eine Suppe oder Marmelade kochen will, greift zu diesen Sorten. Mit den trockeneren Exemplaren lassen sich sehr gut Pürees, Kuchen oder Kürbisbrote zubereiten. Fragen Sie also beim Einkauf nach, wie das Kürbisfleisch beschaffen ist.
Kürbisse haben meist einen wenig ausgeprägten Eigengeschmack. Deshalb werden sie gerne mit aromatischen Zutaten gewürzt. Bei süßen Gerichten zählen Vanille, Zimt, brauner Zucker, Kakao oder Schokolade zu den Favoriten.Würzige Speisen werden gerne mit Piment, Zimt, Pfeffer, Ingwer oder Nelken abgeschmeckt. In manchen Gegenden wird Kürbisgemüse mit Tomatenwürfeln, Zitronensaft und Dill serviert.

Aufbewahrung

Ist der Kürbis reif, kann er über einige Monate bis ins Frühjahr hinein aufbewahrt werden. Vorausgesetzt, die Schale ist unbeschädigt und der Stiel trocken. Die optimale Lagertemperatur liegt bei 10 bis 13 Grad. Einen reifen Kürbis erkennen Sie am hohlen Ton, wenn Sie auf die Schale klopfen. Von Ihrem Kürbis ist mehr als die Hälfte übrig, nachdem Sie schon das Suppenrezept verdoppelt haben? Und wohin mit dem Fruchtfleisch vom Halloween-Kürbis, den die Kinder für das Schulfest ausgehöhlt haben? Zum Glück lässt sich Kürbis sehr gut einfrieren. Das Kürbisfleisch bei mittlerer Hitze weich kochen (ca. 20 Minuten). Dabei gelegentlich umrühren. Danach abkühlen lassen und in gefrierstabile Gefäße füllen. So lässt sich Kürbis gut in Portionen einfrieren und mehrere Monate lagern. Aus dem Kürbis lassen sich später Suppen, Marmeladen, Gemüse-Pürees, Aufläufe, Kürbisbrote oder aromatische Kürbis-Pies zubereiten.