Selbst gemachte Konfitüre oder Marmelade liegen wieder voll im Trend. Lassen Sie sich von der Vielzahl der Rezepturen verführen. Eine sommerliche Vierfruchtkonfitüre, Aprikosenkonfitüre mit Thymian oder Minze schmecken köstlich morgens auf dem Frühstücksbrötchen oder ist ein ideales Geschenke über dassich bestimmt jeder freut.

Auch wenn Sie kein Gartenbesitzer sind, können Sie sich über Ihr selbst Eingemachtes freuen. Kaufen Sie in der Hochsaison einfach Ihre Lieblingsfrüchte und wagen Sie sich ans Experimentieren. Einsteiger sollten wissen, dass es einige grundsätzliche Regeln zu beachten gibt, damit das Ergebnis sicher gelingt.

Frische Früchte
Verwenden Sie nur frische und vollreife Früchte, die keine Druckstellen haben und auch nicht überreif sind. Vielleicht lässt Sie Ihr Bauer oder die Marktfrau die Früchte selbst einzeln auswählen. Damit die Früchte ihr Aroma behalten, nur kurz unter kaltem Wasser waschen. Danach gut abtropfen lassen und abtrocknen. Beerenobst wie Himbeeren und Brombeeren am besten nur sorgfältig verlesen.

Einmachen oder Einkochen?
Einmachen ist am einfachsten. Hierfür werden Marmelade oder Konfitüre heiß in Schraubgläser abgefüllt, die mit einem Deckel oder Einmachfolie verschlossen werden. Da hierbei allerdings kein absolut luftdichter Abschluss entsteht, verändern sich Farbe und Geschmack schnell und die Haltbarkeit ist begrenzt.Die Lagerung muss außerdem kühl und in trockenen Räumen erfolgen.

Beim Einkochen wird die heiße Masse in heiße Einkoch-Gläser gefüllt, die mit einem Einmachring, Glasdeckel und Einweck-Klammern verschlossen werden. Danach werden die Gläser im Wasserbad bei 90 ˚C 10 Minuten sterilisiert. Eingekochte Marmelade oder Konfitüre ist durch den Vakuumverschluss nahezu unbegrenzt haltbar. Sie kann überall aufbewahrt werden und ist sicher vor Schimmelbefall oder Ungeziefer.

Die Einmach-Gläser richtig vorbereiten
Verwenden Sie keine gebrauchten Konservengläser, die Sie gesammelt haben, um sie später einmal mit selbst gemachter Marmelade zu füllen. Das wäre am falschen Ende gespart. Denn gebrauchte Deckel schließen nicht mehr luftdicht, sodass Ihre Marmelade oder Konfitüre schnell verdirbt.
Die Innenbeschichtung ist nur für einen einmaligen Gebrauch gedacht. Der Handel bietet insbesondere in der Einmachzeit Einmachgläser mit Deckeln an, die Sie nachkaufen können. Gebrauchte Deckel also immer gegen neue austauschen.

Wenn Sie lieber Einkochen, verwenden Sie Einkochgläser mit Glasdeckel und Einkochring, die sich nach dem Sterilisieren bei der Abkühlung durch das entstehende Vakuum luftdicht verschießen.

Gute Vorbereitung vor dem Einfüllen ist wichtig. Die Gläser müssen absolut sauber sein, damit Ihre Schätze lange haltbar sind. Dafür die Gläser nach gründlichem säubern einige Minuten zum Sterilisieren in kochendes Wasser legen. Anschließend umgedreht auf einem sauberen Tuch abtropfen lassen, nicht abtrocknen, da Fusseln oder Fett an der Glaswand haften könnten.
Der Rand muss beim Einfüllen sauber bleiben. Deshalb am besten einen Einfülltrichter verwenden. Neue und gebrauchte Ringe und neue Deckel in leichtem Essigwasser auskochen und mit heißem Wasser nachspülen. Nur abtropfen lassen, nicht abtrocknen.

Welcher Zucker ist der richtige?
Jeder übliche Kristallzucker ist für die Herstellung von Marmelade oder Konfitüre geeignet. Einfacher geht es mit Einmachzucker und Gelierzucker, die die Arbeit erleichtern.

Einmachzucker sorgt auf Grund seiner groben Kristallstruktur dafür, dass die Marmelade oder Konfitüre beim Kochen nur wenig Schaum bildet. Dadurch wird die Marmelade oder Konfitüre nach dem Kochen glatter und enthält nicht so viele kleine Bläschen.

Gelierzucker enthält neben Zucker zusätzlich Apfelpektin und Zitronensäure, wodurch ein sicheres Gelierergebnis erzielt wird. Dies ist wichtig bei Früchten mit einem geringen eigenem Pektinanteil wie z.B. Kirschen, Erdbeeren und Himbeeren.
Zu beachten ist, dass das im Gelierzucker zugesetzte Pektin durch Kochen von mehr als 8 Minuten zerstört und die Marmelade oder Konfitüre dann nur zähflüssig und nicht mehr fest werden kann. Deshalb ist die Verwendung von Gelierzucker fürs Einkochen in Einkochgläsern und anschließendem Sterilisieren nicht geeignet.

Wenn Sie üblichen Kristallzucker verwenden ist es ratsam, eine Gelierprobe zu machen. Denn es ist nicht genau festzustellen, wie viel Pektin in den verwendeten Früchten enthalten ist. Für die Gelierprobe geben Sie ¼ Teelöffel der heißen, gekochte Marmelade oder Konfitüre auf einen kalten Teller. Wird die Probe in kurzer Zeit fest, ist die Marmelade fertig.
Ist das nicht der Fall, kochen Sie die Masse noch einige Zeit länger bis zur nächsten Gelierprobe. Zur Verbesserung des Pektinanteils sollten Sie einige Früchte mit verwenden, die noch nicht ganz vollreif sind. Sie haben einen höheren Pektingehalt als die reifen Früchte.

Früchte und Zucker im richtigen Verhältnis
Damit Zucker seine konservierende Wirkung erzielen kann, kommt es auf das richtige Verhältnis zwischen Früchten und Zucker an. Zucker entzieht der Zellwand Feuchtigkeit, wodurch Mikroorganismen, die für den Verderb von Lebensmitteln verantwortlich sind, der Lebensraum entzogen wird. Damit Zucker konserviert, wird ein Verhältnis von 1: 1 empfohlen. Auf 1 kg Früchte kommt dementsprechend 1 kg Zucker.

Um den Zuckergehalt auf die Hälfte oder gar 1/3 zu reduzieren und dadurch ein volleres Fruchtaroma zu erzielen, wird bei bestimmten Sorten von Gelierzucker ein Konservierungsstoff zugesetzt. Dadurch kann auch mit deutlich weniger Zucker eine lange Haltbarkeit erzielt werden. Die Packungsangaben geben darüber genaue Auskunft.

Leckere Marmelade und Konfitüre
Ein bisschen Experimentierfreude und schon können Sie mit ganz neuen Geschmackserlebnissen punkten. Lassen Sie sich von den Ideen, die einfach nachzukochen sind, inspirieren.

Vierfruchtkonfitüre
1 kg Beerenfrüchte (Johannisbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren) verlesen, kurz waschen, abtropfen lassen und trocken tupfen. In einen Topf geben, etwas zerdrücken, sodass der Saft austritt. 1 kg Gelierzucker 1:1 unterrühren und ca. 4 Minuten kochen lassen, dabei umrühren. Kochend heiß in die vorbereiteten Schraubgläser füllen, fest verschließen.

Apfel-Heidelbeer-Konfitüre
850 g Äpfel schälen, entkernen, das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. In 150 ml Apfelsaft in 8-10 Minuten weich kochen. 750 g Masse abwiegen, 250 g verlesene Heidelbeeren und 1 TL gemahlenen Zimt und 1 kg Gelierzucker 1:1 zufügen und 4 Minuten kochen lassen, dabei umrühren. Kochend heiß in vorbereitete Schraubgläser füllen und fest verschließen.

Brombeerkonfitüre mit Schuss
1 kg Brombeeren verlesen und mit dem Saft einer Limette und 100 ml Rotwein zum Kochen bringen. Auf ein Sieb geben, damit die Kerne zurück bleiben. Das Brombeerpüree mit 1 kg Zucker verrühren und bis zur Gelierprobe kochen. In die vorbereiteten heißen Einkochgläser füllen und mit Einkochring und Glasdeckel zudecken, mit den Einweck-Klammern verschließen. 10 Minuten im Wasserbad bei 90 ˚C einkochen. Herausnehmen und abkühlen lassen.