Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Lebensmitteln muss gut sichtbar, deutlich lesbar und unverwischbar angebracht sein. So schreibt es der Gesetzgeber bereits seit 1984 in der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung vor. Was aber, wenn es abgelaufen ist?

Obwohl das MHD seit einem Vierteljahrhundert gelernte Praxis ist, gibt es noch immer Verunsicherung was zu tun ist, wenn das Datum überschritten ist.

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)?
Das MHD mit der Angabe: „mindestens haltbar bis ...“, stellt eine Garantieerklärung des Herstellers dar.
Bis zu diesem Datum können Sie sich darauf verlassen, dass die Eigenschaften des Produktes unverändert bleiben. Dazu gehören z.B. Nährstoffgehalt, Geschmack, Aussehen oder Konsistenz. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die für das Produkt vorgesehenen Lagerbedingungen eingehalten werden.

Für Frischware wie Wurst, Käse, Milch etc. bedeutet das die Aufbewahrung im Kühlschrank. Für Konserven, Tütensuppen, Nudeln, Reis etc. ist es ein dunkler, kühler Platz im Küchenschrank. Die jeweiligen Lagerbedingungen sind auf der Packung zusätzlich mit vermerkt.

Was bedeutet es aber, wenn das MHD überschritten ist?
Fälschlicherweise wandern dann die meisten Lebensmittel sofort unbesehen in den Mülleimer. Oftmals zu unrecht. Das MHD wird falsch interpretiert. Denn es bedeutet nicht, dass das Produkt verfallen ist, d.h. nicht mehr verzehrt werden kann.
Es besagt ausschließlich, dass eine Garantie für die vom Hersteller erwünschte Qualität nicht mehr gegeben wird.

Veränderungen der Produkteigenschaften können eintreten: eine Veränderung des Aromas, der Konsistenz, eine Austrocknung oder farbliche Veränderung.

Prüfen mit allen Sinnen
Sie sollten zunächst prüfen und dann entscheiden, ob Sie das Produkt trotz dunkler Tomatensoße, flüssigerer Konsistenz, dumpferem Paprikgeschmack noch verzehren wollen.
Hier sind Ihre vier Sinne gefragt: sehen, riechen, fühlen, schmecken. Solange Sie keine fremden Eigenschaften feststellen, kann das Produkt in der Regel noch kurz nach dem Überschreiten des MHD verzehrt werden.

Ganz genau müssen Sie vorher prüfen, ob bereits ein Befall mit Bakterien z. B. bei Fleisch oder ein Befall mit Schimmelpilzen eingetreten ist. Das erkennen Sie am säuerlichen Geruch und Geschmack, Bildung von Flüssigkeit mit unangenehmen Geruch und dem sich bildenden weißen Belag auf der Oberfläche, z. B. Schimmel auf Brot.
Im Zweifel sollten Sie auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen und das Produkt entsorgen, um gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

MHD und geöffnete Packung
Wenn Sie eine Packung einmal geöffnet haben, hat das MHD keine Gültigkeit mehr. Denn aus der Luft treffen nun Bakterien und Feuchtigkeit auf das Produkt, was seinen Verderb wesentlich beschleunigt. Darum gilt das MHD nur für noch verschlossene Verpackungen.

Bei einmal geöffneten Verpackungen sind wieder Ihre Sinne gefragt um zu prüfen, ob das Lebensmittel noch genießbar oder evtl. schon verdorben ist.

MHD im Laden überschritten
Wenn ein Lebensmittel das MHD überschritten hat, aber nicht verdorben ist, darf es im Laden noch verkauft werden.
Oftmals wird es zu einem günstigeren Preis angeboten mit dem Vermerk, MHD bald abgelaufen. Wer sparen will und seinen Speiseplan entsprechend darauf einstellt, kann damit so manchen Euro sparen.

Mindestens haltbar oder schon verfallen?
Das MHD und das Verfallsdatum werden gerne miteinander verwechselt.
Denn statt der Angabe des MHD finden Sie auf besonders leicht verderblichen Lebensmitteln das sehr viel bedeutendere Verfallsdatum.

Diese Angabe besagt, dass das Produkt bis zu dem angegebenen Datum verbraucht werden muss. Danach ist es für den Verzehr nicht mehr zu empfehlen und sollte deshalb konsequent entsorgt werden.

Das Verfallsdatum finden Sie auf Produkten, die leicht von Bakterien befallen werden können und deshalb ein höheres Risiko für die Gesundheit darstellen. Das Verfallsdatum mit der Angabe: „verbrauchen bis…“, finden Sie zum Beispiel auf Verpackungen von rohem Hackfleisch, frischem Geflügelfleisch und Vorzugsmilch. Lebensmittel mit Verfallsdatum dürfen nach dessen Ablauf auch nicht mehr im Handel verkauft werden.